Werkstatt Tipps:  Kettenpflege



Offene Kette - Reinigung & Schmierung:

Die Lebensdauer der Kette hängt zum Großteil von der Pflege ab. Es ist daher angebracht, die Kette in gewissen Abständen (je nach Veschmutzung) in Petroleum zu reinigen und nachher in heißem Kettenfett oder Öl zu tränken. Beim Einbau der Kette auf die richtige Kettenspannung und Lage des Kettenschlosses achten.
Geschlossene Seite der Sicherung in Laufrichtung vorne.

Kettenspannung kontrollieren und einstellen:

Die Kette soll so gespannt sein, daß sie sich zwischen den beiden Kettenrädern ca. 2cm auf und ab drücken läßt.
Zum Einstellen der Kettenspannung ist die Bundmutter der Steckachse (1) (Schlüsselweite 24) zu lösen.

Die Bremszugankerbefestigung muß ebenfalls gelockert werden. Bei beiden Kettenspannern die Kontermutter (3)
lockern und die Einstellschraube (4) beiderseits gleichmäßig anziehen, bis die Kettenspannung stimmt und das
Hinterrad mit dem Vorderrad fluchtet.
Einstellschrauben kontern, Bremszugankerbefestigung festziehen. Bundmutter der Steckachse festziehen und
eventuell Bremse neu einstellen.

Geschlossener Kettenkasten:

Aufgrund der serienmäßigen Ausrüstung der KTM-Modelle mit dem geschlossenen Kettenkasten werden die Wartungsarbeiten der Kette wie Spannen und Ölen wesentlich erleichtert und bei richtiger Handhabung die Lebensdauer der Kette um ein Vielfaches verlängert. Kilometerleistungen von 30000 km sind dabei keine Seltenheit.
Bei der Wartung der Kette sind die hier angeführten Punkte zu beachten.

Technische Daten

Gehäuse und Verschlußkappe aus Leichtmetalldruckguß,
Verbindungsmanschetten aus Gummi mit eingearbeiteten
Kettenführungen.
Rollenkette läuft staubdicht in Fett.

Übersetzungsmöglichkeiten:

Kettenrad vorne: 12 - 14 Zähne (Original KTM-Kettenräder verwenden. Fichtel & Sachs-Kettenräder können in Verbindung mit dem geschlossenen Kettenkasten nicht verbaut werden!)
Kettenrad hinten: 33 - 44 Zähne
Kette: Einfachrollenkette 1/2" x 1/4", bzw. 1/2" x 3/16".
Füllmenge: ca. 400g Original-KTM-Kettenfett.

 


Kettenspannung kontrollieren und einstellen

Die Kette ist richtig gespannt, wenn sich dei Kettenführung, wie im Bild gezeigt, etwa 3 cm bewegen läßt.
Die Kettenführung wird dabei zusammengedrückt, so daß man die Kette zwischen den Fingern spürt.

Kette spannen:
Steckachse lockern, Kettenradachse lockern, Kettenspannexzenter links und rechts gleich weit verdrehen, bis die richtige Kettenspannung erreicht ist.
Vor dem festziehen der Steckachse und der Kettenradachse muß man sich vergewissern, daß die Ausnehmungen des Kettenspanners im Widerlagerbolzen am Schwingarm einrasten.

A) Steckachse
B) Kettenradachsmutter
C) Fett in diesem Bereich auffüllen
D) Kettenspannexzenter

Fettfüllung ergänzen

Nach jeweils 10000 km soll die Fettfüllung ergänzt werden. Dazu die Verscglußkappe abnehmen und Kettenkasten im oberen Bereich mit Fett füllen, dabei Laufrad in Fahrtrichtung durchdrehen und so lange Fett nachfüllen, bis im unteren Kettenkastenbereich neues Fett sichtbar wird. Stark verschmutztes oder verwässertes Fett muß erneuert werden.

Kette auf weitere Verwendbarkeit überprüfen

Bei abgenommener Verschlußkappe Kette vom Kettenrad abheben (s. Bild).
Die Kette kann weiter verwendet werden, wenn sie sich nicht mehr als
4mm vom Kettenrad abheben läßt.

Kette wechseln

Vor dem Einziehen der Kette müssen der Kettenkasten und die Führungen vom alten Fett gereinigt werden. Dazu kann der Kettenkasten demnontiert werden. Neue, geölte Kette unter Zuhilfenahme eines Drahtes einziehen. Kettenschloß anbringen und auf die richtige Lage der Sicherung achten (geschlossene Seite in Laufrichtung vorne). Danach Kette spannen und wie unter Punkt 3 mit etwa 400 g Kettenfett auffüllen.

Hinweis: Eine neue Kette streckt sich im Betrieb innerhalb kurzer Zeit,daher nach etwa 500 km unbedingt Spannung kontrollieren und korrigieren!

Kettenräder kontrollieren

Hinten:   Verschlußkappe abnehmen, Kettenschloß öffnen und Kette abnehmen. Kettenrad auf weitere Verwendbarkeit überprüfen (Zähne gebrochen oder verbogen).

Vorne:   Zündgehäusedeckel demontieren, Haltefeder lockern und Abdeckung abnehmen. Das Kettenrad ist nun frei zugänglich. Zum Abziehen des Kettenrades wird der Fichtel & Sachs Original Kettenradabzieher verwendet.

Achtung:   Bei Montage des Zündgehäusedeckels Hinterrad langsam durchdrehen und Deckel ohne Gewaltanwendung andrücken, bis er anliegt. Wird dies nicht beachtet, so bricht der Mitnehmer des Tachoantriebes ab !

1) Haltefeder    2) Abdeckung


© Deutsche KTM-Vertriebs-KG im August 1979