Werkstatt Tipps:  Kerzenpflege und Kerzenbild



Die Zündkerze ist eine der thermisch am hochbeanspruchtesten Teile eines Motors.
Bei der Verbrennung treten Temperaturen über 2000 Grad Celsius auf, die beim Einströmen der Frischgase plötzlich absinken.
Dieser Vorgang vollzieht sich bei Drücken von ca. 30bar in der Minute bis zu 5000 mal und öfter.
Trotz allem darf die Kerze keine wesentlich höheren Temperaturen als 500 Grad Celsius - Selbstreinigungstemperatur - annehmen.
Um einen einwandfreien Verbrennungsablauf zu gewährleisten, ist es von Wichtigkeit, daß nur Kerzen mit dem vom Motorhersteller vorgeschriebenen Wärmewert eingesetzt werden.

Zur Kerzenpflege verwendet man am besten eine Messingdrahtbürste und eine Kontaktfeile.
Mit der Bürste säubert man den Isolatorfuß und die Elektroden von Verbrennungsrückständen. Die Kontaktfeile zieht man zwischen den Elektroden durch und man erhält somit blanke Überschlagstellen. Nachdem man mit einer 0,4mm Fühllehre den Elektrodenabstand berichtigt hat, ist die Kerze wieder einsatzbereit.

Eine Überprüfung der Kerze außerhalb des Motors ist nur behelfsmäßig durchführbar, da wie bereits erwähnt, im Motor während des Zündzeitpunkts Drücke bis zu 30 bar herrschen
und dadurch ist es verständlich, daß eine Kerze außerhalb des Motors scheinbar funktioniert,
während des Betriebes aber aussetzt und völlig versagt.
Eine verlässliche Prüfung der Zündkerze ist nur in einem speziellen Prüfgerät und unter Druck möglich !

Das Kerzengesicht gibt Aufschluß über die Wahl der richtigen Zündkerze, aber auch über Vergasereinstellung, Fahrweise und Motorzustand.
Es ist klar, daß zur Beurteilung von Kerze und Motor nicht einige Minuten Betriebszeit genügen;
vielmehr ist es nötig, daß der Motor einige Zeit mit der von ihm zu erwartenden Leistung betrieben wird
und unter den verschiedensten Umständen gearbeitet wird. Erst dann kann man ein Urteil abgeben.
Die Kerze soll einen hell- bis rotbrau gefärbten Isolatorfuß und fast blanke Elektroden aufweisen.

     © Deutsche KTM-Vertriebs-KG im August 1979

    Aufbau einer Zündkerze:

     1  Anschlußmutter
     2   Anschlußgewinde
     3   Kriechstrombarriere
     4   Isolator (AI2O3)
     5   elektrisch leitende Glasschmelze
     6   Anschlußbolzen
     7   Stauch- und Warm-Schrumpfzone
     8   unverlierbarer äußerer Dichtring (bei Flachdichtsitz)
     9   Isolatorfußspitze
    10   Mittelelektrode
    11   Masseelektrode

    Weiterführende Links:

  • Zündkerzenvergleichstabelle
  • Zündkerzenbilder (Wikipedia.de)